Sonntag, 13. Januar 2013
Tautologie
= 'eine semantisch zumeist unergiebige Definition oder Aussage, in der mit verschiedenen Ausdrücken dasselbe gesagt wird'
Eine Tautologie bezeichnet in der Logik eine allgemein gültige Aussage, d.h. eine Aussage, die aus logischen Gründen immer wahr ist. Beispiele für Tautologien sind Aussagen wie „Wenn es regnet, dann regnet es“ und „Alle Schweine sind Schweine“.
Der Begriff Tautologie kann für alle Arten von allgemein gültigen Aussagen verwendet werden, teilweise wird er auf solche Aussagen eingeschränkt, die in der zweiwertigen, klassischen Aussagenlogik allgemein gültig sind. Im letzteren, aussagenlogischen Sinn ist eine zusammengesetzte Aussage genau dann eine Tautologie, wenn sie wahr ist unabhängig davon, ob die Teilaussagen, aus denen sie zusammengesetzt ist, ihrerseits wahr oder falsch sind. (vgl. Wikipedia)
In der Stilistik wird unter Tautologie die Aneinanderreihung bedeutungsgleicher oder sinnverwandter Wörter derselben Wortart (Beispiele: 'emotionales Gefühl', 'lautlose Stille', einzig und allein).
Hierzu zählen auch fehlerhafte Begriffsbestimmungen, wo ein zu definierender Begriff in der Definition verwendet wird.
Ein Gegenbegriff zu Tautologie ist das Oxymoron - eine rhetorische Figur, bei der eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen, einander (scheinbar) widersprechenden oder sich gegenseitig ausschließenden Begriffen gebildet wird (z.B. 'weniger ist mehr').
Sonntag, 23. Dezember 2012
Äther, die Ursubstanz
Der Äther als Begriff in der Physik wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts als eine unsichtbare Substanz postuliert, die als Medium ('verschieden von physischen Substanzen') für die Ausbreitung von Licht fungiere. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Äther als essentieller Bestandteil oder sogar als eigentlicher Grundbaustein der materiellen Welt betrachtet.
Doch vor ca. 100 Jahren stellte sich die Annahme eines solchen Mediums nach Ansicht der meisten Naturwissenschaftler als unhaltbar heraus, nachdem konzeptionelle Schwierigkeiten sowie Widersprüche zu experimentellen Resultaten aufgetreten waren und Einstein ein alternatives Konzept entwickelt hatte:
In seiner speziellen Relativitätstheorie tritt ein solches, mit einem Bewegungszustand ausgestattetes Medium überhaupt nicht mehr auf. Sie ist in der Lage, die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen widerspruchsfrei zu beschreiben, erklären ihre Befürworter.
In seiner speziellen Relativitätstheorie tritt ein solches, mit einem Bewegungszustand ausgestattetes Medium überhaupt nicht mehr auf. Sie ist in der Lage, die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen widerspruchsfrei zu beschreiben, erklären ihre Befürworter.
Nach dem wenigen, was ich von der moderne Physik verstehe, entsteht bei mir der Eindruck, als habe der Äther mit neuen Begrifflichkeiten erneut Einzug in die Physik gehalten hat.
Beispielsweise deuten Hypothesen zur Vakuum- oder Nullpunktenergie etwa m.E. in diese Richtung (wenn einerseits das Vakkuum nicht nichts ist sowie andererseits Energie und Masse äquivalent sind, dann müssen die postulierten 'virtuellen Teilchen' durch ein wie auch immer beschaffenes Medium hervorgebracht werden. Die These, die f.d. Casimir-Effekt (siehe zweites Video weiter unten) nötige Energie werde jeweils "kurzzeitig von der Natur geborgt", widerspricht dagegen dem Energieerhaltungssatz (jedenfalls nach meinem laienhaften Alltagsverständnis).
Nachdem naturwissenschaftliche Modelle einem stetigen Wandel unterliegen, bleibt abzuwarten, ob dem Äther nicht doch noch eine 'zweite Karriere' in der Physik bevorsteht. jedenfalls ist der Gedanke an eine allgegenwärtige Ur- und Trägersubstanz aus der Geschichte der Naturwissenschaften nicht wegzudenken.
- André Waser hat in seiner Abhandlung "Der Äther in der Naturwissenschaft" einen geschichtlichen Überblick der Äthertheorien (Stand 06/2000) zusammengestellt.
- Bis heute wird die Annahme eines allgegenwärtigen Trägermediums von einigen Physikern in alternativen Äther-Theorien weiterentwickelt, näheres hierzu vermittelt beispielsweise die Internetpräsenz "Äther-Physik und -Philosophie" von Professor Alfred Evert.
Evert schreibt in einer durchaus selbstkritisch gehaltenen Einführung zu seinen veröffentlichen Arbeiten, bei Untersuchungen zu Rotorsystemen seien experimentelle Ergebnisse nicht mit herkömmlichen physikalischen Definitionen nicht vereinbar gewesen - Anlass für ihn eigene Überlegungen zu diesen fundamentalen Begriffen der Physik anzustellen. Unter anderem habe sich daraus das Sachgebiet der Äther-Kontinuum-Theorie ergeben.
Die Literatur zum ´Äther´ gehe mehrheitlich davon aus, dass es einerseits ´Materie´ gibt und andererseits einen Äther. Er gehe persönlich aber davon aus, dass nur der Äther als einzig realer Stoff existiere:
"ALLES IST AUS EINEM
Aller Äther des Universums ist ständig in schwingender Universeller Bewegung auf quanten-kleinen Bahnen, resultierend aus der Überlagerung aller Strahlung aus allen Richtungen des Universums. Lokal begrenzt sind Schwingungen gröberen Bahnverlaufs, die prinzipiell das Bewegungsmuster einer ´Potentialwirbelwolke´ aufweisen,...
Äther ist ein reales Kontinuum, ein lückenloses und unteilbares Plasma [...]. Nur dadurch ergeben sich höchst eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten, aus denen die Naturgesetze zwingend resultieren...
Diese Sicht des Äthers ermöglicht die Erklärung vieler Phänomene auf realer Basis ganz konkreter Bewegungsabläufe (anstelle gängiger, rein abstrakter Hypothesen)...
Der Äther ist Medium von Materie und Geist zugleich, beides sind Erscheinungen von Wirbelstrukturen, die lediglich unterschiedliche Muster bzw. ´Frequenzen´ aufweisen...
Damit ist ganz real und unmittelbar ´Alles mit Allem´ verbunden. Aus dieser Sicht ergibt sich zwangsläufig eine neue Ethik (uralter Werte)..."
(auszugsweise zitiert aus: Prof. Alfred Evert, 'Ursubstanz Äther')
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Sonntag, 16. September 2012
Sonntag, 19. August 2012
"Was ist ein Fisch?"
In seinem Vortrag "Versöhnung von Wissenschaft und Religion" zeigte Professor Hans-P. Dürr auf, dass es unzulässig und falsch ist, unsere stets subjektive Wahrnehmung der Wirklichkeit – auch wenn wir sie durch raffinierte Instrumente wesentlich erweitern – mit der Wirklichkeit schlechthin gleichzusetzen. Dabei griff er auf ein Gleichnis des englischen Astrophysikers Sir Arthur Eddington zurück:
"Eddington vergleicht einen Naturwissenschaftler mit einem Ichthyologen, einem Fischkundler, der seine Welt erforschen will. Dies besteht darin, dass er auf das Meer hinausfährt und Fische fängt. Nach vielen Fischzügen und sorgfältigen Überprüfungen seiner Beute gelingt ihm die Entdeckung des ersten Grundgesetzes der Ichthyologie: „Alle Fische sind größer als fünf Zentimeter!“ Er nennt dies ein Grundgesetz, weil er bei keinem Fang jemals einen Fisch fand, der kleiner als fünf Zentimeter war, und daraus auf eine Allgemeingültigkeit des Befundes schließt.
Auf dem Heimweg trifft er seinen besten Freund, den ich den Metaphysiker nennen will, und erzählt ihm von seiner großen wissenschaftlichen Entdeckung. Der entgegnet ihm: „Das ist doch gar kein Grundgesetz! Dein Netz ist einfach so grob, dass dir die kleineren Fische stets durch die Maschen gehen.“
Aber der Ichthyologe ist durch dieses Argument überhaupt nicht beeindruckt und antwortet entschieden: „Was ich mit meinem Netz nicht fangen kann, liegt prinzipiell außerhalb fischkundlichen Wissens, es bezieht sich auf kein Objekt der Art wie es in der Ichtyologie als Objekt definiert ist.
Für mich als Ichtyologe gilt: Was ich nicht fangen kann, ist kein Fisch!“
Auf die Wissenschaft angewendet bedeute dieses Gleichnis: Um wissenschaftliche Erkenntnisse zu etablieren, verwenden Wissenschaftler immer ein Netz bzw. Raster aus bisherigen Messungen und Beobachtungen, ohne sich über die Existenz und die Art des Netzes nicht im klaren zu sein.
Dieses Netz symbolisiere nicht nur das methodische sondern vor allem auch das gedankliche Rüstzeug wissenschaftlichen Arbeitens.
Wissenschaftliches Denken sei zudem stets fragmentierend und analysierend. Alles, was wir untersuchen und verstehen wollen, zerlegen wir.
Diese für unser Leben vorteilhaften und erfolgreichen Methode, an komplizierte Dinge heranzugehen, bewertet Dürr keineswegs negativ. Es sei aber wichtig, sich stets der methodischen und gedanklichen Grenzziehung bewusst zu sein - und darüber, dass sich so lediglich ein Teil einer gesamten Wirklichkeit erfassen lässt.
Mittwoch, 15. August 2012
Das Mittelalter (Hörbuch auf YT)
Wer gut mit Hörbüchern klar kommt (ich selbst bin eher der visuelle Typ), mag die nachfolgenden Hörbuch-Auszüge (insgesamt über 6 Stunden Dauer) als hilfreich erachten:
Siehe auch:
Sonntag, 12. August 2012
Donnerstag, 12. Juli 2012
Vetus Latina
Die Vetus Latina oder "altlateinische Bibel" ist die erste Übersetzung der Bibel ins Lateinische, sie entstand etwa im dritten und vierten Jahrhundert n. Chr. und kann in gewisser Weise als Vorläuferin der Biblia Sacra Vulgata gelten, d.h. der ersten kirchlich autorisierten Bibelübersetzung ins Lateinische, geschaffen von Hieronymus (gest. 420 n. Chr.).
Genauer handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen, aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzten Bibeltexten des Alten und des Neuen Testaments, die seit dem 2. Jahrhundert vor der Neuübersetzung bzw. Revision durch Hieronymus in Gebrauch waren (und nicht zur Vulgata gehören). Erst im 8. Jahrhundert hatte die Vulgata sich gegenüber der Textfülle der Vetus Latina endgültig durchgesetzt.-
Die Vetus Latina ist nur sehr bruchstückhaft überliefert. Nicht die wenigen erhaltenen Handschriften - kleine Fragmente aus vielen Teilen der Bibel -dienen als primäre Quelle für ihre Erforschung, sondern vor allem die Zitate und Bezugnahmen der in frühen Kirchenschriftsteller (z.B. Cyprian, gest. 258).
Die altlateinische Bibel wirft heute ein Licht auf die vielen Überarbeitungen, denen der Bibeltext im Lauf der Jahrhunderte ohne Unterlass unterzogen worden ist.
Genauer handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen, aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzten Bibeltexten des Alten und des Neuen Testaments, die seit dem 2. Jahrhundert vor der Neuübersetzung bzw. Revision durch Hieronymus in Gebrauch waren (und nicht zur Vulgata gehören). Erst im 8. Jahrhundert hatte die Vulgata sich gegenüber der Textfülle der Vetus Latina endgültig durchgesetzt.-
Die Vetus Latina ist nur sehr bruchstückhaft überliefert. Nicht die wenigen erhaltenen Handschriften - kleine Fragmente aus vielen Teilen der Bibel -dienen als primäre Quelle für ihre Erforschung, sondern vor allem die Zitate und Bezugnahmen der in frühen Kirchenschriftsteller (z.B. Cyprian, gest. 258).
Die altlateinische Bibel wirft heute ein Licht auf die vielen Überarbeitungen, denen der Bibeltext im Lauf der Jahrhunderte ohne Unterlass unterzogen worden ist.
"Unsere gesamte intellektuelle und religiöse Geschichte spiegelt sich in ihren Lesarten wider. Sie ist eine wesentliche Informationsquelle nicht nur für Theologen, sondern auch für Historiker und Philologen."Einzelheiten und Hintergründe, auch zur Forschungsgeschichte, finden sich in diesem Artikel der Benediktinerabtei Beuren.
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